Der Innenraum der Kirche im Abendlicht

Der Grundstein für die Auferstehungskirche auf dem Venusberg wurde am 24. Februar 1957 gelegt. Nach einer Bauzeit von elf Monaten erfolgte am 27. Oktober 1957 die Einweihung.
Aus dem im Jahre 1956 ausgeschriebenen Wettbewerb ging der Düsseldorfer Architekt Professor Denis Boniver (1897 bis 1961) als Sieger hervor. Sein Entwurf verwirklichte konsequent die Idee der Einheit des Raumes in einem Zentralbau mit kreisförmigem Grundriss. Damit knüpfte er an das Vorbild eines der größten Kirchenarchitekten der Neuzeit, Otto Bartning, an, der u. a. 1929/30 die Auferstehungskirche in Essen schuf.
Den zweistufigen Bau bilden das aus Ziegeln gemauerte Untergeschoss, über dem sich als etwas kleinerer Kreis die Fensterzone aus Betonstützen mit eingehängten Glasscheiben erhebt. Der über dem Eingang aufgesetzte Glockenstuhl für vier Glocken erscheint dem Betrachter wie ein drittes Geschoss. Es wird gekrönt von einem einfachen Betonkreuz.
Drei Doppelflügeltüren führen den Besucher in den Innenraum. Er sieht an der ihm gegenüber liegenden Rückwand der Kirche in der Mitte den Altar, rechts davon die Kanzel und links die Orgel. Diese Anordnung versinnbildlicht den wesentlichen Inhalt des Gottesdienstes, den die Gemeinde in ihrem Gotteshaus feiert: Die Anbetung und Feier der Gemeinschaft mit Jesus Christus am Altar, das Verkündigen von der Kanzel und das Loben durch Lied und Orgel.

Der Altar steht - auf einem halbrunden Podest - drei Stufen über der Gemeinde. Rechts von ihm führt eine Treppe auf die massige, eckige Kanzel. Ihre Form und Wuchtigkeit symbolisieren die Anstößigkeit des Wortes Gottes in einer ansonsten runden und harmonischen Kirche. Links vom Altar steht in einer Nische der Taufstein und darüber die Orgel auf einer Empore, die das Ende einer den ganzen Kirchenraum umlaufenden Empore bildet. Die Orgel wurde erst im Jahre 1963 eingebaut. Sie stammt von der Bonner Orgelbauanstalt Johannes Klais und verfügt über zwei Manuale, ein Pedal, zwanzig Register und 1.370 Pfeifen mit mechanischer Traktur und elektrischer Registerschaltung.

Bronzeplastik "Die Auferstehung"

Altar, Kanzel und Taufstein sind aus Muschelkalk. Es sind Steinmetzarbeiten von Horst Strempler aus Mettmann. Die Kirche ist bewusst sparsam ausgeschmückt worden. Hinter dem Altar hängt ein fast wandhohes Kreuz und rechts von der Kanzel seit 1994 ein Corpus von Josef Elter, der Christus nicht als Schmerzensmann, sondern als Auferstehenden zeigt. Von der Empore gehen drei kleine Fenster nach außen, die von J. Schreiter entworfen und von Karl Jörres ausgeführt wurden. Sie zeigen das Lamm mit der Siegesfahne, den Pelikan, der seine Jungen mit seinem Blut ernährt und als Symbol für die Auferstehung Phönix, der aus der Asche aufsteigt.

Quelle (auch Grundriss): D. Höroldt/W. Joch (Hrsg.): Evangelische Kirchen und Gemeinden der Kirchenkreise Bonn, Bad Godesberg und An Sieg und Rhein, Bonn 1996/Dümmler